Implied und Reverse Implied Odds


Wenn man den Grundgedanken hinter Odds und Outs verstanden hat, wird es Zeit sich mit Implied und Reverse Implied Odds zu beschäftigen, da die normalen Odds-Berechnungen (oder Expressed Odds) oft nicht ganz genau sind. Implied Odds beziehen eine mögliche größere Auszahlung am Ende der Hand, wenn man seinen Draw trifft, mit in die Berechnung ein und ermöglichen daher oft trotz scheinbar unvorteilhafter Potodds zu callen.

Um die Implied Odds zu bestimmen, sollte man sich über folgende Aspekt Gedanken machen. Was für einen Gegner habe ich vor mir sitzen? Hier gilt je looser desto besser, da die Wahrscheinlichkeit höher ist, dass er einen ausbezahlt, wenn man seinen Draw doch noch trifft. Bei einem tighten oder sehr guten Spieler können wir davon nicht ausgehen, da er wahrscheinlich folden würde. Als Nächstes sollten wir uns über die Stacksizes informieren. Hat der Gegner nur noch wenig Chips, lohnt es sich oft nicht seinen Draw weiter zu verfolgen, weil wir nur sehr wenig gewinnen könnten. Dagegen spricht ein größerer Stack oft für einen Call. Als Letztes sollten wir uns mit unserem eigenen Draw beschäftigen. Halten wir einen Draw, der wenn er ankommt uns die Nuts gibt, ist das ein positives Argument für einen Call. Des Weiteren sind hier Straightdraws vorteilhafter, da sie wenn sie ankommen, oft unauffälliger sind als ein Flushdraw. Nun mal ein Beispiel. Wir halten QT und sehen gegen 3 Gegner einen J-9-4 Flop, der keinen Flushdraw zulässt. 2 Gegner checken, wir tun es ihnen gleich und der letzte Gegner setzt 3 Big Blinds in den 4 Big Blind großen Pot. Beide Gegner callen diese Bet und wir müssten nun 3 Big Blinds bringen in einen Pot von 13 BB. Wir haben nun Potodds von 4,3:1 und die Chancen unseren OESD (Openended Straightdraw) zu treffen stehen etwa bei 5:1. Also wäre grundsätzlich ein Fold angesagt. Allerdings sollten wir die Situation etwas genauer betrachten. Alle Gegner haben deepe Stacks, das heißt die mögliche Auszahlung ist groß. Zusätzlich schließen wir die Action und spielen gegen 3 Gegner, wodurch die Chancen recht groß sind, dass einer uns callt, wollten wir unsere Straight treffen. Zusätzlich wäre es die Nutstraight und sie wäre nicht so offensichtlich wie zum Beispiel ein Flush. Daher sollten wir hier callen.

Reverse Implied Odds sind nun das genaue Gegenteil .Wir halten eine schwache Made Hand (Top Pair No Kicker) und es gibt einige Draws. Je schwächer unsere eigene Hand und je mehr Draws möglich sind um so höher sind die Reverse Implied Odds, und damit der mögliche Verlust. Außerdem unterstützt ein kleiner Pot die Reverse Implied Odds, da die möglichen Verluste sehr groß sein können, aber die aktuellen möglichen Gewinne mit unserer schwachen Made Hand recht gering sind. Daher sollte man oft schwache Made Hands folden, da man sich sonst oft in große Pötte mit einer relativ schwachen Hand verwickelt.

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